DIE CORONA-KRISE: Die Zeit läuft…

[Thema vom: 14.03.2020]


Die Zeit tickt: Die "Zeitkrise" des 21. Jahrhunderts...
COVID-19 aus einem etwas anderen Blickwinkel

Das Corona-Virus: Tückisch. Und vor allem weitreichender als den allermeisten anfangs bewusst war (aus welchen Gründen auch immer). Die Maßnahmen der italienischen Regierung zur Eindämmung der Verbreitung haben eingeschlagen wie eine Bombe. Ruhe bewahren und möglichst zuhause bleiben ist angesagt. Das Virus beschert uns also nicht nur jede Menge Unsicherheit, Angst, Panik, Wirtschaftliche Existenzängste und Verluste. Sondern vor allem auch: Viel Zeit. Und zwar in einer Zeit, in der die Zeit fast schon als Luxusgut zu betrachten ist. Denn egal wen man begegnet oder mit wen man darüber spricht: Niemand hat mehr Zeit. Keine Zeit zu haben scheint in zu sein. Es kommt mir manchmal so vor, dass man sich fast schon schämen muss, wenn man offen zugibt keinen Stress zu haben…
Es ist in der Tat paradox, täglich hören wir ausnahmslos in allen Gesundheitspraxen Sätze wie: „Ich habe keine Zeit mich ausreichend zu bewegen geschweige denn Sport zu machen. Regelmäßig schon gar nicht.“ „Ich habe zu wenig Zeit in Ruhe zu essen.“ „Ich weiss nicht wann ich die Empfehlungen umsetzten soll.“ „Zeit gehabt die Unterlagen durch zu lesen…? Schön wärs.“ „Familie? Kinder? Freunde? Dafür habe ich leider viel zu wenig Zeit. Und für mich ohnehin keine.“ Einen passenden Termin zu finden, an den man Zeit hat (sich um seine Gesundheit zu kümmern) ist ohnehin meist alles andere als einfach.

Und nun ganz plötzlich und unangemeldet ist sie da: Die große Unbekannte. Die herbeigesehnte Zeit. Denn sehr viele von uns hätten nun Zeit. Viel Zeit. Aber was machen wir damit? Nutzen wir wirklich die Chance um nun Dinge zu erledigen oder Momente zu genießen für die uns ansonsten angeblich die Zeit fehlt? Es scheint, dass wir es nicht mehr gewohnt sind Zeit zu haben. Zeit für uns. Für unsere Liebsten. Haben wir es schlicht und einfach verlernt? Sieht fast danach aus. So führt uns das Corona-Virus eindrucksvoll vor die Augen, dass es zwar aktuell eine Welle an gesundheitlichen und wirtschaftlichen Krisen auslöst, aber dass wir schon lange darüber hinaus in einer Zeitkrise stecken. Und zwar mittendrin. Es bleibt zu hoffen, dass es mit der Zeit wiederkommt. Und wir ganz unzeitgemäß wieder Zeit haben und diese dann auch in vollen Zügen nutzen und genießen.
Es tickt also im wahrsten Sinne des Wortes die Zeit. Nutzen wir sie, denn eins ist gewiss: Die Situation wird sich früher oder später wieder beruhigen und der Alltag holt uns wieder ein. Dann wird so mancher wehmütig zurückblicken. Vielleicht schafft es Corona diesbezüglich etwas zum Positiven zu verändern. Zeit zukünftig wieder anders zu betrachten und zu gestalten. Oder wird alles beim Alten bleiben? Ich vermute ja.

In diesem Sinne, wünsche ich nun allen flexiblen und anpassungsfähigen Menschen viel Erfolg beim „abschalten und runterkommen“. Und natürlich am allerwichtigsten: Vor allem viel Gesundheit und, insbesondere aus Solidarität den Risikogruppen gegenüber, den nötigen Ernst und Respekt vor der Lage.
(Diesbezüglich frage ich mich aber ganzjährig: Gilt dies nicht automatisch für jede Grippewelle und allen fieberhaften Infekten…? Ich frage mich wie steht es um unsere Moral, wenn wir außerhalb der „Corona-Zeit“ mit Fieber und Erkältungssymptomen oft völlig gedankenlos „unterwegs“ sind, und potenziell geschwächte Personen beispielsweise in öffentlichen Einrichtungen sowie in Seniorenheimen, Krankenhäusern, Ärzte- und Gesundheitspraxen gefährden…?).

Ihre gesundheitspraxis regeneration