Sport trotz Erkältung...?

[Thema vom: 26.01.2016]


Der Grat zwischen Stärkung und Schwächung der Immunabwehr ist - vor allem bei leistungsorientierten Sportlern - oft sehr schmal
Was Sportler bei Infekten immer berücksichtigen sollten

Sport ist die beste Medizin, darüber sind sich Fachleute einig. Es stärkt unser Herz und Kreislaufsystem, kräftigt unsere Muskeln, Sehnen und Gelenke, baut Stress ab und macht den Kopf frei – um nur einige der zahllosen positiven Effekte zu nennen. Zudem kurbelt regelmäßige Bewegung unser Immunsystem an und macht uns deutlich widerstandsfähiger gegen Infekte. Doch selbstverständlich sind auch Sportler nicht vor einer Erkältung oder Grippe gefeilt. Vor allem leistungsorientierte Sportler bewegen sich nicht selten auf einem schmalen Grad zwischen Stärkung und Schwächung ihres Abwehrsystems. Im Laufe des Jahres bleiben nur Wenige von einer Erkältung, Grippe oder Magen-Darm-Erkrankung verschont. Vor allem im Winter treten Infekte verschiedenster Art vermehrt auf, die häufig auch Sportler betreffen. Trotz des Infektes wollen allerdings viele nicht gänzlich auf Trainingseinheiten verzichten und stellen sich immer wieder dieselben Fragen: Wie lange sollte ich nach einer Erkrankung pausieren? Kann ich trotz Erkältung Sport treiben…?

Leider nehmen viele Sportler einen Infekt nicht richtig ernst und vergessen, dass auch eine laufende Nase den Körper schwächt. Jeder Infekt birgt gesundheitliche Risiken und darf daher keinesfalls unterschätzt werden. Auch scheinbar harmlose Atemwegserkrankungen können unsere Organe langfristig schädigen. Wird unser Organismus trotz eines Infektes intensiv belastet, kann es beispielsweise zum Befall der Herzklappen mit Viren oder vorhandenen bakteriellen Erregern kommen. So können unerkannte Herzmuskelentzündungen und Herzrhythmusstörungen hervorgerufen werden, die letztlich sogar lebensgefährlich sein können.

Wann man nach einem Infekt letztendlich wieder langsam mit dem Sport beginnen darf, kann man nicht eindeutig beantworten. Eine goldene Regel diesbezüglich gibt es leider nicht, da viele verschiedene Krankheitsbilder und individuelle Unterschiede bestehen. Erfahrungsgemäß gilt selbst bei Infekten mit nur leicht erhöhter Temperatur eine allmähliche Wiederaufnahme des Trainings nach mindestens 3 fieberfreien Tagen als grobe Richtlinie, sofern die Symptome nicht medikamentös behandelt wurden. Nach einer „richtigen“ Grippe mit (teilweise) hohem Fieber sollte man mindestens eine Woche auf Sport verzichten, bevor man wieder allmählich mit leichtem Training beginnt. Auch nach Behandlungen mit Antibiotika sollte man immer mindestens eine Woche pausieren. Nach schwerwiegenderen Erkrankungen, wie beispielsweise eine Lungenentzündung, dauern die Erholungsphasen selbstverständlich oftmals deutlich länger. In solchen Fällen gilt daher, das Training immer erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt wieder aufzunehmen. Entscheidend ist allerdings immer, dass man das Bedürfnis nach Bewegung verspürt, dass man ehrlich zu sich selbst ist und aufmerksam auf den Körper hört, inwieweit er wieder belastet werden kann.
Zusammenfassend gilt:
•    Betreiben Sie niemals Sport wenn Sie Fieber haben. (Vor allem) auch dann nicht, wenn Sie es mit Medikamente gesenkt haben. Wenn man nur mit fiebersenkenden Medikamenten  „einsatzfähig“ wird muss man auf jeden Fall auf Sport verzichten.
•    Betreiben Sie keinen Sport wenn Sie Antibiotika nehmen müssen. Denn wenn der Körper mit einem Infekt nicht alleine Fertig wird, darf man ihn nicht zusätzlich mit sportlichen Belastungen schwächen.
•    Nur wer einen einfachen Schnupfen – ohne Begleitsymptome wie Fieber, Halsschmerzen oder Husten hat, kann sich mit moderat sportlich betätigen.
•    Jedes Training nach einem Infekt immer moderat und mit kurzer Dauer beginnen. Die Intensität der weiteren Trainingseinheiten allmählich vorsichtig steigern.

Übrigens: Glücklicherweise führt das Missachten körperlicher Warnsignale nicht zwangsläufig zu schweren organischen Schäden oder Erkrankungen. Nicht selten jedoch kommt es zu „versteckten“ Phänomenen. Der Körper kann sich die ihm zustehende erforderliche Regenerationszeit wenn nötig nämlich auch auf „leise“ Art erkämpfen: Je nach Schweregrad und Dauer des Infektes durch eine wochen- bis monatelange eingeschränkte Leistungsfähigkeit!

Viren durch Sport einfach „ausschwitzen“? – Keine gute Idee!
Leider sind nicht wenige Sportler der Meinung, man könne eine Erkältung auch regelrecht „ausschwitzen“ und legen dann statt der nötigen Pause erst recht eine Trainingseinheit ein.
Doch wie sieht es mit einem Saunabesuch aus…? Mehr dazu erfahren Sie hier