Tückische Muskelverletzungen

[Thema vom: 29.11.2013]


Muskelverletzungen sind komplex - und tückisch
Beschwerdefreiheit bei Muskelverletzungen bedeutet nicht Ausheilung der Verletzung

Muskelverletzungen zählen zu den mit Abstand häufigsten Sportverletzungen. Ihre Entstehung und Behandlung ist weit komplexer als von den Sportlern angenommen. Zusätzlich sind Muskelverletzungen sehr trügerisch, da sich der verletzte Sportler im Alltag oft relativ schnell wieder schmerzfrei bewegen kann – unabhängig vom Schweregrad der Verletzung. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Heilungsprozess abgeschlossen ist beziehungsweise die Verletzung vollständig auskuriert wurde. Durch die Täuschung beginnt der Sportler all zu oft zu früh mit dem gewohnten Training und belastet den verletzten Muskel dadurch zu früh oder zu intensiv. Gerade deshalb kommt es bei Verletzungen der Muskulatur sehr häufig zu einer erneuten Verletzung. Die Folgeverletzung ist dann meist schwerwiegender als die ursprüngliche Verletzung. So kann sich beispielsweise aus einer Zerrung ein Muskelfaserriss entwickeln oder aus einen Muskelfaserriss ein Muskelbündelriss. Ist dies der Fall, droht dem Sportler natürlich eine beträchtlich längere Therapie und Trainingspause.

Um derartige Komplikationen zu vermeiden, ist es entscheidend den Heilungsverlauf durch therapeutische Untersuchungen genau zu kontrollieren. Denn nur der jeweilige Tastbefund gibt Auskunft darüber, inwieweit der Sportler den Muskel wieder belasten kann.

Übrigens: Je nach Größe und Funktion des Muskels, besteht dieser aus Hundert bis Tausenden Muskelfasern. Die Fasern sind wiederum in unterschiedlich großen Muskelbündeln zusammengefasst. Mehrere Bündel ergeben schließlich einen Muskel. Dementsprechend können strukturelle Verletzungen der Muskulatur unterschiedlich groß ausgeprägt sein und von kleinen Faserissen bis hin zu Bündelrissen und kompletten Muskelrissen reichen.

Risiko "harmlose" Muskelverhärtungen
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