CORONA-KRISE und ihre Schattenseiten

[Thema vom: 06.04.2020]


Die Welt kann auf vieles verzichten - Aber nicht auf Menschlichkeit

Es ist verrückt, wir fliegen zum Mond und immer weiter darüber hinaus. Wir zählen jedes einzelne Sandkorn auf dem Mars und entwickeln die erstaunlichsten und komplexesten Dinge. Doch kaum hat eine kleine Bohrinsel ein Leck, sind wir nicht in der Lage dieses schnellstmöglich zu reparieren bevor unzählige Tonnen klebriges Zeug die Natur zerstört. Und dann kommt die Corona-Krise, ausgelöst durch ein kleines (für die allermeisten, gesunden Menschen harmloses Virus) und wirft unser scheinheiliges Leben völlig aus der Bahn. Die Corona-Krise hat uns weiterhin fest in Griff. Nimmt uns sinnbildlich wie im Würgegriff langsam aber sicher den Atem. Während alledem, völlig unbeeindruckt, viele furchtbare Dinge weiterhin geschehen: Täglich sterben Tausende Menschen einen qualvollen Hungertod. Darunter viele, viele Kinder. Seit „Ewigkeiten“ sterben regelmäßig, täglich Zigtausende an schlimmen Infektionskrankheiten wie Malaria oder HIV. Genauso wie jedes Jahr Tausende an der „normalen“, saisonalen Grippe (Influenza) versterben. Erkrankungen wie Krebs schlagen ununterbrochen zu und fordern beständig in kürzester Zeit unzählige Opfer in Millionenhöhe. All diese Tatsachen und Fakten scheinen aber nicht wirklich zu interessieren und mehr oder weniger spurlos an uns vorüber zu ziehen. Gehen sang- und klanglos unter. So wie die unerklärlichen Grausamkeiten in Kriegsgebieten, die selbst im 21. Jahrhundert nie zur Ruhe kommen und an der Tagesordnung stehen. Ja es ist paradox, an all das haben wir uns gewöhnt. Es ist schon längst zur „Normalität“ geworden. Doch nun dominieren Unsicherheiten, Ängste und Uneinigkeiten unser Leben und einige Regierungen sehen sich gezwungen dem Feind den Kampf ansagen zu müssen um die Zahl der Todesfälle zu „kontrollieren“. Eine „Schlacht“, die hierzulande mit strengsten Maßnahmen geführt wird, um die die Verluste in Schach zu halten. Oder vielleicht treffender formuliert im wahrsten Sinne des Wortes ohne Rücksicht auf Verluste…?

Wir dürfen eines nicht vergessen: Der Zustand ist für viele Personen nicht mehr tragbar. Erblindet vor einschüchternden Bildern und beindruckenden Zahlen, ist es schwer zu erkennen, dass neben Covid-19 noch viele andere gesundheitliche Probleme existieren, daraus entstehen oder sich auch drastisch verstärken. Es ist nicht nur traurig, sondern auch absolut unverständlich, dass aktuell viele Menschen mit den verschiedensten gesundheitlichen Problemen weder richtig ernst genommen noch angemessen behandelt werden können. Der Fokus der getroffenen Maßnahmen sowie des Gesundheitssystems liegt fast nur mehr bei COVID-19. Fast schon blauäugig und naiv, werden daraus resultierende negative Auswirkungen übersehen und ignoriert. Natürlich ist es mehr als verständlich, dass das bestmögliche unternommen werden muss um Covid-19-Patienten im lebensbedrohlichen Zustand zu helfen und weitere Fälle mit sinnvollen Maßnahmen in Grenzen zu halten. Doch rechtfertigt der aktuelle Ist-Zustand andere kranke, hilfsbedürftige Patienten weitgehend außer Acht zu lassen? Ich kenne Menschen, die in dieser Phase oder kurz davor, die niederschmetternde Diagnose Krebs erhalten haben und nun völlig verzweifelt vor zeit- und ratlosen Ärzten stehen. Ich kenne Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen, schon lange starke Schmerzen haben, aber Zuhause bleiben müssen, da ihr Termin (auf den sie übrigens schon „etwas“ gewartet haben) auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Es ist mir ein Rätsel wie man nun per Telefon einschätzen kann ob es sich dabei eventuell auch um dringende oder unter Umständen sogar lebensbedrohliche Fälle handelt, bei denen der Faktor Zeit eine maßgebliche Rolle spielen könnte. Was ist mit all den Personen die unter der derzeitigen Situation – sprich Isolation – extrem leiden? Sei es aus psychischer oder physischer Sicht. Es gibt sehr viele Menschen, die ihre Leiden oftmals nur mit einer entsprechenden, freien Lebensweise in Griff haben und kontrollieren können. Sei es eine Frau mit Depressionen oder ein Mann mit chronischen Schmerzen die ohne regelmäßige (tägliche) Bewegung an der frischen Luft so langsam aber sicher nicht mehr zum Aushalten sind. Täglich telefoniere ich mit solchen Menschen und verstehe ihre Ratlosigkeit, Verzweiflung, Unverständnis, aber auch zunehmende aufkommende Wut. Und dass der Mensch, als „Rudeltier“, als soziales Wesen, nicht langfristig ohne gesundheitliche Folgen und Schäden „eingesperrt“ werden kann, steht außer Frage. Man denke beispielsweise an Personen, die ohnehin Großteils alleine sind, und deren wenige, verbleibende soziale Kontakte nun vollständig wegbrechen. Abgesehen davon, bewirken die verordneten Maßnahmen (Soziale Isolation, anfällig machende „Sterile“ Umgebung, kein Aufenthalt und Bewegung in der Natur, zu wenig Sonne und so weiter und so fort…), dass unser Immunsystem deutlich geschwächt und nicht wie eigentlich mehr denn je notwendig gestärkt wird. Zudem erhöht sich damit automatisch die Anzahl der Risikogruppen sowie das Risiko bereits bestehender Risikopatienten. Natürlich mit fortlaufender Dauer umso mehr. Daran ändern auch all die Home-Fitness-Videos herzlich wenig.

(Denken wir beispielsweise an die stark betroffene Gruppe der Herz-Kreislauf-Erkrankten und Diabetikern, bei denen unter anderem tägliche Bewegung und gesunde Ernährung zu den wichtigsten gesundheitsfördernden Verordnungen gehören)

Wenn wir – mit der Sprache der Regierungen und Politiker ausgedrückt - nicht nur eine Schlacht, sondern den Krieg gewinnen wollen, sollten wir an den eigenen Waffen unserer Abwehrkräfte arbeiten und nicht diese ablegen und auf eine weder vorhandene noch zeitlich absehbare eintreffende Impfung hoffen! Doch angesichts der Tatsache, dass man nun beim Spaziergang mit dem Hund, allein im Wald fernab der „Zivilisation“, wie ein Krimineller behandelt wird, scheint dieses Unterfangen allerdings alles andere als einfach, um nicht zu sagen schier unmöglich. Denn die Zusammenhalt-Slogans münden immer mehr in eine Gesellschaft mit böswilliger Anklage- und Fingerzeig-Kultur.

Ja, es ist zweifelsfrei schlimm und sehr tragisch wie viele Opfer COVID-19 fordert. Aber wer gibt uns das Recht, diese Tragik über andere wie anfangs erwähnte Tragödien oder beschriebene Ereignisse zu stellen? Trotz größtem Respekt vor den Verstorbenen, deren Freunden und Angehörigen, stelle ich auf erschreckende Art und Weise fest:

Die verschmutze, überbevölkerte und gewaltbereite Welt kann auf vieles verzichten. Aber nicht auf Menschlichkeit. Und schon gar nicht auf das letzte bisschen Hausverstand.

Erst wenn wir aus unserem egoistischen, dem Blickfeld einschränkenden Schneckenhaus kriechen und erkennen, dass Würde und Gesundheit nicht nur aus Leben und Tod bestehen, dass wir ein Teil der Natur sind und nicht deren Herrscher, erst dann werden wir uns mit dem nötigen Respekt und Hausverstand zukünftige Pandemien stellen. Ohne andere hilfsbedürftige Menschen sträflich zu vernachlässigen. Ohne uns hilflos einzusperren. Pandemien werden nämlich zweifelsfrei in Zukunft wieder vermehrt auf uns zukommen (aus vielfältigen Gründen, unter anderem aufgrund unserer Lebensweise) und gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter und die Anzahl chronisch Erkrankter nicht weniger.

Die wahre Rechnung die COVID-19 dem Gesundheitssystem langfristig präsentieren wird, besteht nämlich nicht nur aus Zahlen von Infizierten und Todesfällen.

Ihre gesundheitspraxis regeneration
Praxis für klinische Psycho Neuro Immunolgie, Gesundheitsförderung und Prävention

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